(K)ein Teil der „demokratischen Mitte“?! Hintergrundartikel zum „Extremismuskongress“ der AfD in Berlin

Am Samstag, den 18. März 2017, veranstalten die Landtagsfraktionen der Alternativen für Deutschland (AfD) unter dem Titel „Deutschland im Fadenkreuz“ gemeinsam einen sogenannten „Extremismus-Kongress“ in Berlin-Mitte. In der Einladung kündigt der Berliner AfD-Vorsitzende Georg Pazderski als Gastgeber der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhausan, dass sich die Tagesveranstaltung mit „rechtem, linken und religiös motivierten Extremismus“ beschäftigt und über den Schutz und die Gefahren für die „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ diskutiert werden soll.[1] Unter dem Titel „Extremismus in Sachsen – Ein Land im Fadenkreuz“ organisierte die sächsische Landtagsfraktion der AfD bereits 2016 und Anfang 2017 zwei Veranstaltungsreihen. Beteiligt an der Realisierung des Kongresses scheint die Agentur WortReich von Inhaber Michael Sitte-Zöllner, gleichzeitig Beisitzer im Landesvorstand des AfD-Mittelstandsforum in Sachsen, die wiederholt Veranstaltungen für die AfD und Lesungen mit Thilo Sarrazin in Sachsen organisierte.[2]

Nur ein strategisches Manöver

Die AfD versucht mit der Veranstaltung eines vermeintlich wissenschaftlichen Kongresses den Begriff „Extremismus“ strategisch zu nutzen um sich als Teil der „demokratischen Mitte“ zu inszenieren, die es ihrer Meinung nach gegen die Gefahr vor allem von Links- und „Ausländer“-Extremismus zu verteidigen gelte. Das zuletzt veröffentlichte Programm zur Bundestagswahl, die Höcke-Rede in Dresden oder die Aufforderung von Frauke Petry, den Begriff „völkisch“ positiv zu besetzen, zeigen das Bild einer rechtspopulistischen Partei mit völkisch-nationalistischem, unsozialem, rassistischem und frauenfeindlichem Programm. Die Wahl der Referenten und ihre inhaltliche Ausrichtung verstärkt diese Wahrnehmung. Der Kongress am 18. März ist der Versuch des „Realo“-Flügels der AfD den Eindruck zu erwecken, dass die Partei keinesfalls extremistisch sei. Das im Januar 2017 geleakte Strategiepapier aus der Feder von Georg Pazderski zeigt, dass die Gefahr erkannt wurde, dass ein Stigma als faschistische Partei der AfD Mitglieder und Stimmen kosten würde. Mit dem Kongress setzt der Flügel um Petry und Pazderski im innerparteilichen Machtkampf auf eine strategische Verortung in der „demokratischen Mitte“ der Gesellschaft ohne auf antidemokratische und diskriminierende Forderungen zu verzichten. Der gesamten Politik der AfD liegt aber eine reaktionäre, völkische und ausgrenzende Vorstellung der Gesellschaft zugrunde. Dass die Partei der geistigen Brandstifter vorgibt, sich Sorgen um die Demokratie in Deutschland zu machen, ist blanker Hohn für die Betroffenen rechter Gewalt.

Kritik der Extremismustheorie

Mit der Verwendung der sogenannten „Extremismus-Formel“ soll dem Kongress ein wissenschaftlicher Anstrich gegeben werden, doch der extremismustheoretische Forschungsansatz verfolgt eine politische Agenda und ist als sozialwissenschaftliche Theorie umstritten. Der Ansatz basiert auf der Annahme, dass es eine gesellschaftliche Mitte gäbe, die von ihren Rändern bedroht werde und dass die Ränder sich einander annähern würden; deshalb wird dieses Modell auch als Hufeisentheorie bezeichnet. Gerade der „Rechtsextremismusbegriff [ist] ein machtvolles Vehikel, um eine vermeintlich klare Grenzziehung zwischen der breiten, scheinbar demokratischen und einigermaßen intakten ‚Mitte‘ und dem problematischen, da extremistischen ‚Rand‘ zu suggerieren“.[3]Das Extremismusmodell negiert, dass die Ursachen für antidemokratische und menschenfeindliche Einstellungsmuster in der Mitte der Gesellschaft wurzeln und schafft eine gefährliche Gleichsetzung zwischen links und rechts. Dabei spielt die Betonung der formalen Gleichheit von linkem, rechtem und seit einigen Jahren auch „Ausländer-“Extremismus eine entscheidende Rolle. Das eindimensionale Modell wird durch soziologische Untersuchungen wie die „Mitte“-Studien oder „Deutsche Zustände“ regelmäßig widerlegt. Ihre Legitimität gewinnt die Extremismustheorie also nicht durch ihre wissenschaftliche Plausibilität, sondern durch ihren politischen Nutzen: Sie dient als Handlungsgrundlage, wenn es darum geht, politische Aktivitäten all jener zu delegitimieren, die sich für eine andere Gesellschaft einsetzen. Unter Ausblendung ihrer gegensätzlichen Inhalte.

In extrem rechter Gesellschaft

Auch ein Blick auf die Vita und die Verbindungen in die extreme Rechte der eingeladenen Referenten verdeutlicht, dass es sich um eine pseudowissenschaftliche Veranstaltung handelt, deren Ziel die Verankerung der AfD als Partei der demokratischen Mitte in der öffentlichen Wahrnehmung ist. „Die rechtliche und gesellschaftspolitische Situation Deutschlands im Jahre 2017 unter Berücksichtigung der extremistischen Gefahr“ soll vom Dresdener Professor für Politikwissenschaft Werner Patzelt analysiert werden[4] Dieser erteilte der rassistischen PEGIDA-Aufmärschen in Dresden öffentlichkeitswirksam Absolution, indem er die Legitimität des Anliegens der Demonstrierenden hervorhob – und die Empörung über die vermeintlichen „Islamkritiker*innen“ und die Gegenproteste als „hysterisch“ bezeichnete.[5] Viele wissenschaftliche Kolleg*innen haben sich in der Vergangenheit von Patzelt distanziert. Ein Anlass unter vielen war, dass er seine Kolumne in der Sächsischen Zeitung über den solidarischen Einsatz Vieler für Geflüchtete (Stichwort „Willkommenskultur“) mit einem Goebbels-Zitat versah. Auf Kritik daran reagierte er wie folgt: „Hätte ich das Goebbels-Zitat nicht gebracht, spräche niemand über diese Kolumne […] Und wenn andere über Stöckchen drüber springen, soll mir das Recht sein.“[6] In der Strategie des kalkulierten Tabubruchs scheint Patzelt der AfD  in nichts nach zu stehen.

Der Rechtswissenschaftler Dietrich Murswiek, der ebenfalls am Kongress teilnimmt, hat eine umtriebige Vergangenheit in der rechten Szene und gehört heute der CDU an. In den 1970ern publizierte Murswiek als Autor in verschiedenen rechten Zeitungsprojekten wie dem „Deutschen Studenten-Anzeiger“ und war unter anderem Mitglied des Nationaldemokratischen Hochschulbundes Heidelberg. Auch in den 1990ern hielt er Vorträge bei einer rechten Gildenschaft in Freiburg und neurechten Netzwerken z.B. bei der 2. Weikersheimer Hochschulwoche. Murswiek war Schüler des nationalsozialistischen Staatsrechtlers Ernst Forsthoff und lehrte an der Freiburger Universität Staats- und Verwaltungsrecht sowie Umweltrecht. In einem Beitrag zu seinem 65. Geburtstag in der neurechten „Sezession“ wird Murswiek als einer der „profiliertesten Vertreter der wertkonservativen Umweltschutzbewegung“[7] und seine „originellen Standpunkte in der Strafrechtslehre“ gewürdigt.

…und das BKA mittendrin

Auch der Leiter der Forschungsstelle Terrorismus/Extremismus des Bundeskriminalamts, Dr. Uwe Kemmesies, hat seine Beteiligung an dem Kongress bestätigt. Der Sozialwissenschaftler und „Präventionsexperte“ spricht sonst auf Fachtagungen mit Innenminister Thomas de Maizière und Aiman Mayzek, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime.[8] Dass sich das Bundeskriminalamt für die Zwecke der AfD instrumentalisieren lässt, ist ein politischer Skandal. Das BKA verteidigte die Teilnahme Kemmesies auf Anfrage mit der Verpflichtung auf „parteipolitischer Neutralität“ und leistet damit seinen Beitrag zur Relativierung rechter Gewalt und zur Normalisierung der AfD.[9] In der Konsequenz sitzt ein offizieller Mitarbeiter einer staatlichen Behörde auf einem Podium mit dem selbsternannten „Terrorexperten“ Shams Ul-Haq, der zuletzt sein Buch „Die Brutstätte des Terrors. Ein Journalist undercover im Flüchtlingsheim“ im verschwörungstheoretischen KOPP-Verlag verkauft. Der Autor ist in Pakistan geboren und soll als „Experte“ die Weltsicht der AfD untermauern und den Vorwurf des Rassismus vorbeugen.

Der katholische Theologe und erzkonservative Sozialethiker Wolfgang Ockenfels referiert zu „Religion und Gewalt“. Es ist zu befürchten dass der Referent dabei die gewaltvolle Geschichte der christlichen Religion ausspart. Ockenfels schreibt für die Junge Freiheit und ist bekannt für seine Kritik am aktuellen katholischen Zeitgeist. Seit dem Sommer 2016 sympathisiert er offen mit der AfD, lehnt den Abgrenzungskurs katholischer Würdenträger der Partei gegenüber ab und findet es nicht unchristlich die AfD zu wählen.[10] Neben Ockenfels tritt der Psychologe Dr. Nicolai Sennels auf dem Kongress auf. Sennels ist ehemaliges Mitglied der dänischen Volkspartei, Gründer des erfolglosen PEGIDA Ableger „PEGIDAdk“ in Dänemark und ein europaweit bekannter „Islamkritiker“, der den offenen Kampf gegen „den“ Islam propagiert, jede Form der Einwanderung unterbinden und für alle Muslime die Grund- und Freiheitsrechte einschränken will.[11]Die Moderation des Kongresses übernehmen, wie bei den Veranstaltungen in Sachsen, der rechte Publizist Andreas Lombard und Dr. Jörg Michel.[12] Lombard veröffentlichte eine Schrift unter dem Titel „Homosexualität gibt es nicht. Abschied von einem leeren Versprechen“ und ist Mitherausgeber von Akif Pirinçcis Buch „Attacke auf den Mainstream – „Deutschland von Sinnen“ und die Medien“. Der Autor ist außerdem Preisträger des Gerhardt Löwenthal Preis für Journalisten, der von der „Förderstiftung konservative Bildung und Forschung“ und der Jungen Freiheit verliehen wird.

Quellen

[1]https://cdn.afd.tools/sites/2/2017/03/07163048/Einladung-Extremismus-Kongress-Berlin.pdf Vgl. https://extremismuskongress.de/

[2] Vgl. http://www.afdsachsen.de/download/sachsen-aktuell/asa-19-2015.pdf Vgl. http://wortreich.net/

[3]Dölemeyer, Anne/Mehrer, Anne (2011): Einleitung: Ordnung.Macht.Extremismus. In: Forum für kritische Rechtsextremismusforschung (Hrsg.): Ordnung. Macht. Extremismus. Effekt und Alternativen des Extremismus-Modells. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S.7-32.

[4] Patzelt trat zuletzt im Mai auf einer Veranstaltung in der neurechten Bibliothek des Konservatismus in Berlin auf. Vgl. https://www.evensi.de/werner-patzelt-pegida-warnsignale-aus-dresden-bibliothek/176447739

[5] Hier findet sich eine fundierte Auseinandersetzung mit Patzelts Pegida-Studie: https://publikative.org/2015/06/01/die-methode-patzelt-anmerkungen-zu-patzelts-auseinandersetzung-mit-pegida/

[6]http://www.deutschlandfunk.de/besorgte-buerger-politikwissenschaftler-patzelt-wegen.680.de.html?dram:article_id=366466

[7]https://sezession.de/41271/65-geburtstag-dietrich-murswiek.html

[8]http://www.netzwerk-terrorismusforschung.org/?p=803

[9]http://www.tagesspiegel.de/politik/streit-um-hoecke-bundeskriminalamt-verteidigt-teilnahme-an-extremismuskongress-der-afd/19391688.html

[10]http://www.kath.net/news/55421

[11]https://deutschelobbyinfo.com/2016/12/02/dr-nicolai-sennels-10-tipps-wie-man-den-islam-aufhalten-kann-2/

[12] Vgl. https://cdn.afd.tools/sites/2/2017/03/07163048/Einladung-Extremismus-Kongress-Berlin.pdf


Pressemitteilung Berliner Bündnis gegen Rechts, 15.03.2017

„Extremismuskongress“ der AfD: Geistige Brandstifter inszenieren sich als Partei der „demokratischen Mitte“

Berlin. Am Samstag, den 18. März, veranstalten die Landtagsfraktionen der Alternativen für Deutschland (AfD) unter dem Titel „Deutschland im Fadenkreuz“ gemeinsam einen sogenannten „Extremismus-Kongress“ in Berlin-Mitte, an dem auch ein Vertreter des Bundeskriminalamtes (BKA) teilnehmen wird. Das Berliner Bündnis gegen Rechts (BBgR) wertet diese Veranstaltung als erneuten Versuch der rechtspopulistischen AfD, sich als „normale“ Partei der „demokratischen Mitte“ zu inszenieren und kritisiert insbesondere die Teilnahme des BKA an einer Veranstaltung mit rechten Hetzern aufs Schärfste. „Die AfD, eine Partei, deren Aushängeschilder Schießbefehle an Grenzen erteilen wollen und die Erinnerungspolitik an die systematische Ermordung mehreren Millionen Menschen als ‚dämliche Bewältigungspolitik‘ bezeichnen, lädt ein, um pseudowissenschaftlich über ‚Extremismus‘ zu debattieren. Dass das Bundeskriminalamt sich für die Zwecke der AfD instrumentalisieren lässt , ist ein politischer Skandal“, betont Tatjana Strauß, Sprecherin vom Berliner Bündnis gegen Rechts. Das BKA verteidigte die Teilnahme des Leiters der Forschungsstelle Terrorismus/Extremismus, Dr. Uwe Kemmesies Kemmesies, mit der Verpflichtung auf „parteipolitische Neutralität“. Damit leiste das BKA einen seinen Beitrag zur Relativierung rechter Gewalt und zur Normalisierung der AfD, so die BBgR-Sprecherin.

„Die Partei der geistigen Brandstifter gibt vor, sich Sorgen um die Demokratie in Deutschland zu machen – das ist blanker Hohn für die Betroffenen rechter Gewalt! Wir werten den Kongress als einen Versuch des „Realo“-Flügels der AfD, sich vom rechten Rand abzugrenzen und sich als seriöse Partei zu geben“, so Peter Smolinski, Pressesprecher des BBgR . Er führt weiter aus: „Der gesamten Politik der AfD liegt aber eine reaktionäre, völkische und ausgrenzende Vorstellung der Gesellschaft zugrunde, wie etwa Björn Höckes Geschichtsrevisionismus und der zuletzt veröffentlichte Programmentwurf zur Bundestagswahl zeigt“. Ein Blick auf die Vita und die Verbindungen in die extreme Rechte der eingeladenen Referenten verdeutliche, dass es sich um eine pseudowissenschaftliche Veranstaltung handelt, deren Ziel die Verankerung der AfD als Partei der „demokratischen Mitte“ in der öffentlichen Wahrnehmung sei.

Neben dem BKA-Mitarbeiter hat die AfD als Referenten den Gründer von Pegida Dänemark, Dr. Nicolai Sennels, den viel kritisierten Dresdener Pegida-Versteher und „Extremismus“-Theoretiker Werner Patzelt sowie Juristen mit jahrzehntelanger rechter Vergangenheit und Antifeministen eingeladen. In der Einladung kündigt der Berliner AfD-Vorsitzende Georg Pazderski als Gastgeber der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus an, dass sich die Tagesveranstaltung mit „rechtem, linken und religiös motivierten Extremismus“ beschäftigt und über den Schutz und die Gefahren für die „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ diskutiert werden soll.

Einen Hintergrundartikel mit detaillierten Informationen zu den angekündigten Referenten des Kongresses finden Sie unter: https://berlingegenrechts.de/

Das Berliner Bündnis gegen Rechts begrüßt ausdrücklich die angekündigten Proteste aus der Berliner Zivilgesellschaft und ruft zur Teilnahme daran auf.

#b0403: Presseschau zu den Gegenprotesten

Hier eine Zusammenstellung der Presseberichte zu unseren Protesten gegen den rechten „Merkel muss weg“ Demonstration:

Berliner Zeitung (04.03.) Hunderte protestieren in Berlin gegen „Merkel-muss-weg“-Demo
Berliner Morgenpost (04.03.) Demonstrationen von Rechten und Linken fast friedlich
Tagesspiegel (04.03.) Tausend Teilnehmer protestieren gegen Anti-Merkel-Demo
Neues Deutschland (04.03.) 1000 Berliner wollten Nazis stoppen
RBB (04.03.) Tausend Teilnehmer bei Demo gegen rechten Aufmarsch in Berlin
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Pressemitteilung: Über tausend Berlinerinnen und Berliner demonstrieren lautstark gegen Rechts

Heute demonstrierten über tausend Menschen gegen rechte Hetze und Rassismus durch die Berliner Innenstadt. Grund war der rechte Aufmarsch unter dem Motto „Merkel muss weg“. Bei sonnigem Wetter und guter Stimmung setzte sich gegen 13:45 Uhr die Demonstration, zu der das Berliner Bündnis gegen Rechts aufgerufen hatte, mit über tausend Teilnehmenden in Richtung Hauptbahnhof in Bewegung.

Peter Smolinski, Pressesprecher des Bündnisses: „Vielen Dank an alle Demonstrant*innen und Aktive, die heute gegen Rechts auf die Straßen gegangen sind. Unser Protest war vielfältig, laut und sichtbar! Wir freuen uns, den Rechten mit über tausend Berlinerinnen und Berlinern gezeigt zu haben, dass sie in Berlin nicht willkommen sind. Mit unseren feministischen Redebeiträgen und Musik haben wir gezeigt, dass rechte Hetzte verschiedene Gesichter hat. Gerade angesichts des Frauen*-Kampftags freuen wir uns, zeigen zu können: Ein rechtes Rollback ist mit uns nicht machbar!“ (mehr …)

Update #b0403: Gemeinsame Demo zum Washington Platz

Morgen werden wir uns um 13 Uhr am Rosenthaler Platz treffen, um gemeinsam und zusammen zum Washington Platz zu demonstrieren. Wir werden rechtzeitig starten, sodass wir pünktlich um 14:30 Uhr da sein werden, um den Rechten bei ihrem Auftakt zu zeigen, was wir als Berlinerinnen und Berliner von denen halten: nämlich nichts! Berlin ist besser ohne Nazis!

Kommt zur antifaschistischen Gegendemonstration
„Solidarität statt rechter Hetze“
Kein Nazi-Aufmarsch in Berlin-Mitte
Samstag 04.03.2017
13 Uhr Rosenthaler Platz
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Pressemitteilung: Rechter Redner plant Bildung von Kampfgruppen

Am Samstag, den 04.03.2017, soll Kay Hönicke als Redner auf der rechten Demonstration unter dem Motto „Merkel muss weg“ reden. Auf Facebook plant er aktuell die Bildung rechter Kampfgruppen. „Auf  seinem Profil verkündete er, dass es bereits 30 Gruppenführer für eine Kampfgruppe gäbe“, sagt Peter Smolinski, Pressesprecher des Berliner Bündnis gegen Rechts (BBgR). „Darüber hinaus schreibt er, dass der Umgang mit Gewehren und Granaten gelernt werden müsse. Solche rechtsterroristischen Äußerungen müssen extrem ernst genommen werden. Gerade nach der Vielzahl von Anschlägen auf Geflüchtete und deren Unterkünfte im letzten Jahr und der rechten Anschlagsserie in Berlin-Neukölln in den letzten Monaten, sind solche Äußerung schokierend und sollten uns alle warnen!“, so Smolinski weiter.

Die Studentin Hanna, die im Bündnis aktiv ist, fordert, „Diese Gefahr des Rechtsterrorismus müssen wir als Berlinerinnen und Berlinern eine klare Absage erteilen! Es darf uns nicht am Arsch vorbei gehen, dass sich am Samstag wieder hunderte Rechte versammeln. Berlin ist solidarisch, vielfältig und das müssen wir am Samstag zeigen.“

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UPDATE #b0403: Nazi-Route jetzt bekannt

Die Route des rechten Aufmarsches „Merkel muss weg“ am Samstag, den 04. März, ist jetzt bekannt:

Washingtonplatz (Hauptbahnhof) – Kapelle Ufer – Reinhardtstraße – Friedrichstraße – Torstraße – Rosenthaler Straße – Weinmeisterstraße – Münzstraße – Rosa-Luxemburg-Straße – Dircksenstraße – Karl-Liebknecht-Straße – Gontardstraße – Alexanderplatz

Eine Karte der Route befindet sich bei dem Projekt „Berlin gegen Nazis“ oder auf der Aktionskarte:

Pressemitteilung: Rechte wollen durch Berlin-Mitte marschieren – Berliner Bündnis gegen Rechts (BBgR) ruft alle Berlinerinnen und Berliner auf sich an der Gegendemonstration zu beteiligen

Am 04. März 2017 wollen erneut hunderte Neonazis und Rechte unter dem Motto „Merkel muss weg“ durch Berlin-Mitte marschieren. „Wir erwarten Angehörige ganz verschiedener rechter Milieus „, so Peter Smolinski, der Pressesprecher des BBgR ist. „Sie kommen von rechten Kleinstparteien wie der NPD, Pro Deutschland und Die Rechte, aber auch AfD-Vertreter*innen wurden bei den letzten Aufmärschen gesichtet. Zusammen mit gewaltbereiten und -affinen rechten Hooligans und Rassist*innen wollen sie ihren Hass im Zentrum der Hauptstadt zur Schau tragen.“

Rechte Gewalt in Deutschland nimmt zu: 2016 kam es täglich zu durchschnittlich 10 Angriffen auf Geflüchtete. Insgesamt waren 540 Menschen sowie 43 Kinder (Kinder sind doch auch Menschen…) betroffen. In Berlin gab es 2016 laut einer kleinen Anfrage von der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus insgesamt 50 Angriffe auf Unterkünfte für Geflüchtete.

„Gerade jetzt müssen wir zeigen, dass in Berlin rechte Gewalt nicht akzeptiert wird. Die Angriffe auf Geflüchtete in Berlin und in ganz Deutschland, aber auch die aktuelle rechte Anschlagsserie in Neukölln machen mich wütend. Wir rufen deswegen alle Berlinerinnen und Berliner auf, am Samstag den Rechten klar zu zeigen: Ihr seid hier nicht willkommen!“, sagt die Studentin Hanna, die sich im Bündnis engagiert. (mehr …)

CONVOCATORIA: Solidaridad en vez de extrema derecha! – No a la marcha nazi en Berlin-Mitte

El 4 de marzo de 2017 cientos de neonazis planean volver a marchar en Berlín bajo el lema „fuera Merkel“. Es la quinta vez que Enrico Stubbe anuncia esta marcha, entre cuyos participantes hay varios partidos de derecha como el NPD, AFD, Pro Alemania, además de agitadores de extrema derecha y racistas encubiertos autodenominados „ciudadanos preocupados“. Durante la última manifestación, 500 nazis y activistas de extrema derecha marcharon en Berlín. Repudiamos y condenamos su discurso de odio y abuso!

Sólo el amor y la solidaridad nos pueden salvar de quedar atrapados en medio de esta espiral de odio y ataques terroristas. Por eso queremos dar un claro mensaje en contra de las movilizaciones de extrema derecha, del antisemitismo, de la intolerancia hacia la comunidad musulmana y del racismo. Decimos no! Queremos una Berlin sin nazis. Queremos unirnos, movilizarnos y fortalecer nuestra solidaridad en Berlín. Traigan carteles, globos, silbatos! Seamos fuertes y determinados!

Ven a la contramanifestación antifascista

„Solidaridad en vez de extrema derecha“
 No a la marcha nazi en Berlin-Mitte

Sábado 4 de marzo de 2017
A las 13:00 en Rosenthaler Platz

AUFRUF: Solidarität statt rechter Hetze! – Kein Naziaufmarsch in Berlin-Mitte

Am 04. März 2017 wollen erneut hunderte Neonazis unter dem Motto „Merkel muss weg“ durch Berlin-Mitte marschieren. Bereits zum fünften Mal wird diese rechte Hetze von Enrico Stubbe angemeldet, unter den Teilnehmenden finden sich verschiedenste rechte Parteien, wie NPD, AfD, Pro Deutschland, aber auch gewaltbereite und -tätige rechte Hooligans sowie als „besorgte“ Bürger*innen getarnte Rassist*innen wieder. Zuletzt fanden 500 Rechte und Nazis den Weg nach Berlin. Wir empfinden nichts als Abscheu und Verachtung für deren menschenverachtenden, rechten Hetze!

Liebe und Solidarität ist das, was uns vor einer Spirale des rechten Hasses und vor islamistischen Anschlägen bewahren kann. Wir wollen deswegen ein Zeichen setzen gegen deren rechten Hetze, Antisemitismus und Rassismus, gegen deren Menschenverachtung! Wir stellen uns diesem entgegen. Berlin ist besser ohne Nazis. Lasst uns viele sein und uns für den Zusammenhalt und Solidarität in Berlin stark machen. Bringt Schilder, Sprechblasen, Trillerpfeifen mit! Lasst uns laut sein, lasst uns entschlossen sein.

Kommt zur antifaschistischen Gegendemonstration
„Solidarität statt rechter Hetze“
Kein Nazi-Aufmarsch in Berlin-Mitte
Samstag 04.03.2017
13 Uhr Rosenthaler Platz

Bangawazî : Piştgirî di şuna êrişên nijadperestî ! – Na ji meşa Nazî yan di Navenda Berlîn de

Di 04.Adara 2017 de Neonazî dixwazin dîsa bi dirûşma – Merkel divê biçe – di navenda Berlînê de bimeşin. Ev cara penca ne ku ev meş ji hêla Enrico Stubbe ve tê tomar kirin. Di nav beşdarvanan de partiyên bi hişmediya nijadperest mîna NPD, AfD û Pro Deutschland, her wiha Hooliganê rastgir û Nijadperestên ku xwe di bin banê Şêniyênên bi fikar de, ku ji şîdetê re amade ne, cihê xwe digrin. Herî dawî 500 rastgir û Nazî berê xwe dabûn Berlinê. Em ji bilî kîn û biçukdîtinê li hemberî êrişên dijmirovî û nijadperestî hîsnakin.

Hezkirin û Piştgirî ne, yên me ji çerxa kîna nijadperestan û ji êrişên îslamîstên radikal, dikarin biparêzin. Ji ber vê em dixwazin li hemberî êrişên rastgirî, antîsamîzanî û nijadperestî her wiha li dijî dijmirovahiya wan xalekê deynin ! Em li dijî wan sekna xwe nîşan didin. Berlîn bê nazî yan çêtir e. Bihêlin (Werin) em bêhtir bin û xwe ji bo hevgirtin û pişgiriyê li Berlîn ê bi hêz bikin. Bi xwere Pankart, Slogan û fîtikên bînin ! Bihêlin (werin) em bi hevre bi deng û bi biryar bin !

Werin meşa dijber – Piştgirî di şûna êrişên nijadperestî .
Na ji meşa Nazî yan di Navenda Berlîn de ya ku ji hêla antîfaşistan ve tê li dar xistin !
Şemî 04.03.2017 Saet li 13.00 Cih : Rosenthaler Platz