„Who is who“ – Redner*innen und Aktivist*innen auf der rechten „Merkel muss weg“ Demo am 5.11.2016 in Berlin

Roland Ulbrich – Schulterschluss mit Nazis – 1961 in Düsseldorf geboren, Strafverteidiger in Leipzig

Ulbrich ist Mitbegründer der „Patriotischen Plattform“ der AfD. Die „Patriotische Plattform“ ist das Sammelbecken der am weitesten rechtsstehenden AfD-Mitglieder. Sie kämpfen gegen die multikulturelle Gesellschaft und Einwanderung. Wie andere Mitglieder seiner Plattform sucht Ulbrich die Nähe zu rechtsextremen und islamfeindlichen Gruppierungen.
Das dürfte Ulbrich nicht schwerfallen. Als Burschenschaftler, Teilnehmer des FPÖ Akademikerballs 2013 in Wien und mit langjährigen Kontakten zur Corps Thüringia ist er Teil eines rechtsextremen Netzwerkes. Als er 2014 den FPÖ Politiker Mölzer zu einem Vortrag nach Leipzig einlud, macht das noch große Presseschlagzeilen. Mölzer hatte zuvor die EU mit dem Dritten Reich verglichen. Die Veranstaltung musste abgesetzt werden.
Inzwischen fordert Ulbrich einen „Schulterschluss“ mit PEGIDA. Er selbst trat im Februar 2016 auf einer Kundgebung der noch radikaleren LEGIDA in Leipzig auf. Sollte Ulbrich tatsächlich am 5.11. am „Merkel muss weg“- Aufmarsch in Berlin teilnehmen oder sogar als Redner auftreten, wäre dies nur logisch. Die AfD entwickelt sich zunehmend zum Sprachrohr der rassistischen Straßenmobilisierungen. Da wächst leider zusammen, was zusammen gehört.

Georg Immanuel Nagel – Früher war er Techno Produzent und DJ auf BDSM Partys, heute kämpft er gegen Dekadenz und Werteverfall

Georg Immanuel Nagel trat für nur zwei Monate als Sprecher von Pegida Österreich auf. Seit seinem kurzen Ausflug als Sprecher nutzt er die Aufmerksamkeit der Medien für sich, um auf rechte Aktionen aufmerksam zu machen. Mit geringem Erfolg: Eine von ihm geplante Großdemo gegen den 60. Eurovision Song Contest im Mai 2105 musste auf Grund fehlender Teilnehmer*innen abgesagt werden. Auch sein Engagement beim jährlichen Wiener „Marsch für die Familie“ bringt eher klägliche Ergebnisse.
Aber viel lieber noch betätigt sich der Philosophiestudent als Autor rechter Kleinstzeitungen, wie der „Blauen Narzisse“ oder der „Zur Zeit“. Hier bedient er alle Themen der Neuen Rechten: Kampf gegen Gendermainstreaming, die multikulturelle Gesellschaft oder das vermeintliche Aussterben der Deutschen („Volkstod“). Aber am liebsten hetzt er gegen die angebliche linke Hegemonie in Kultur und Gesellschaft.
Und naürlich, wie viele stramme Rechte, ist er Mitglied in einer schlagenden Burschenschaft.
Georg Immanuel Nagel ist ein typischer Vertreter der gesellschaflichen Gruppe von Rassist*innen und Menschenfeinden, wie sie jetzt aus dem rechten Sumpf hervorkriechen.

Chris Ares – Deutschrapper und friedliebender Schläger

Chris Ares deckt eine weitere Facette des „Merkel muss weg“ Spektrums ab. Seine Mission ist der Patriotismus. In seinen vor kaum erträglichen Pathos triefenden Songs beklagt er das angebliche fehlende Selbstbewusstsein der Deutschen. Rassismus und Nationalismus werden dabei in nebulösen Aussagen versteckt, die aber alle verstehen, die sie verstehen wollen. Und immer wieder bestont er seine Gewaltlosigkeit. Damit ist Chris Ares recht erfolgreich. Immerhin über 100 000 Klicks hat sein neuestes Video auf Youtube. In diesem Filmchen macht er auch Werbung für seinen Verein – Bündnis deutscher Patrioten (BDP). Sozusagen eine nationalistische Sportgruppe. Auf einem Werbevideo des BDP sieht mensch die durchweg muskelbepackten männlichen Mitglieder beim friedlichen Kickboxen und Turnen im deutschen Wald. Seine Sportlichkeit stellte Chris Aves auch Anfang September bei einer Münchener AfD Wahlparty unter Beweis. Er attackierte einen Fotografen mit Tritten. Wenn s „ernst“ wird ist es eben vorbei mit der Friedlichkeit.
Wie auch alle anderen Redner*innen des rassistischen Aufmarsches am 5.11.2016 ist Ares im rechten Milieu gut vernetzt. So zeigte er sich bei PEGIDA München, bezeichnet die Identitären als „Brüder und Schwestern“ und besuchte Veranstaltungen mit Frauke Petry.

Manfred Rouhs – Erfolgloser Gründer von rechten Kleinstparteien und Wahlverlierer

Im Gegensatz zu anderen Akteuren der rechtsradikalen Demonstration am 5.11.2016 in Berlin hat Manfred Rouhs eine sehr lange politische Karriere hinter sich. Begonnen hat er bei der Jungen Union, ging dann zur NPD, den Republikanern und der deutschen Liga für Volk und Heimat, um nur einige zu nennen. Derzeit ist er Bundesvorsitzender der rechten Kleinstpartei “Pro Deutschland”, die er mit gründete. Sein Geld verdient Rouhs als Verleger von rechtsnationalen Zeitschriften und als Vertreiber von Software, mit zumindest unklaren Urheberrechten.
Obwohl Manfred Rouhs immer wieder bei Bärgida. Legida und vielen anderen rassistischen und nationalistischen Veranstaltungen auftritt, können er und seine Partei vom derzeitigen rechten Rollback nicht profitieren. Die Wahlergebnisse von Pro Deutschland waren in den letzten Monaten so schlecht, dass Rouhs ankündigte, absofort nicht mehr bei Wahlen anzutreten. “Inhaltlicher” Schwerpunkt von Pro Deutschland ist seit Jahren die Hetze gegen den Neubau von Moscheen und die Zuwanderung aus den arabischen Ländern. Mit diesem Thema ist er beim “Merkel muss weg” Aufmarsch”, wo er bereits zum dritten Mal sprechen wird, genau richtig