Ziviler Ungehorsam wirkt! – Der rechte Frust in den sozialen Medien

Die Blockaden am Samstag (17.02.) gegen den rechten “Marsch der Frauen” haben ihre Wirkung gezeigt. Schon nach 750 Metern war Schluss und auch wenn nach Beendigung noch ein paar kleine Gruppen von Rechten vor die SPD-Zentrale und vor das Kanzleramt gezogen sind: Ihr Ziel, gemeinsam mit den knapp 800 Teilnehmenden durch Berlin zu ziehen, konnten sie nicht erreichen.

Während die Demonstration mehrere Stunden in der Nähe des U-Bahnhofes Kochstraße warten musste, weil über 3.000 Menschen Kreuzungen und Seitenstraßen dicht machten, verschlechterte sich die Stimmung bei den Rechten zunehmend. Sie wurden aggressiv, ein Teil verließ die Demonstration schon lange bevor sie offiziell von der Veranstalterin aufgelöst wurde. Die schlechte Stimmung blieb: Ein Blick in die sozialen Medien zeigt den gesteigerten Frust der Rechten.

Der Anmelderin wird nun Medien-Gehasche und mangelnde Führungskompetenz vorgeworfen. Sie wolle sich nur profilieren und habe kein wirkliches Interesse gehabt, die Demonstration durchzusetzen. Eine Nutzerin schreibt, dass “sie auf dem Zug der AfD ganz groß rauszukommen [versucht]”. Ein anderer Nutzer nennt sie naiv und unverantwortlich, da sie nicht auf (seine) Ratschläge gehört habe. Das Fazit einer Nutzerin ist deswegen “Das war keine Demo das war ein Kasperletheater.”

In weiteren Kommentaren steigert sich der Frust immer weiter. Die Veranstalterin sei eine “Showmasterin mit Ballermann-Liedern und Showtanz” und “eine Selbstdarstellung vom Feinsten”. Man habe sich wie “Ochsen am Nasenring durch die Manege ziehen lassen”. Ebenso wird die Mobilisierungsschwäche thematisiert und gefrustet angemerkt, dass nur 10% Berliner*innen da waren. Eine “Riesendemo” in “Zusammenarbeit mit allen orgas” wird mehrfach gefordert. Das wird deutlich schwerer, weil sich Pegida schon öffentlich von der Anmelderin distanziert hat. Grund hierfür ist wohl, dass das Anti-Pegida-Lied von Extra3 über den Lautsprecherwagen abgespielt wurde.

Der Frust ist bei einigen extrem hoch. Heribert Eisenhardt, extrem Rechter der AfD Lichtenberg, wirft der Polizei Versagen vor und poltert der Berliner Polizei “Schämt Euch!!!” entgegen. In geschlossenen Facebook-Gruppen äußern die Rassist*innen ihre Gewalt- und Mordfantasien. So kommt es in der Gruppe “Rechtskonservative AfD-Freunde” zu Morddrohungen und NS-verherrlichenden Kommentaren. Über Hans-Christian Ströbele (Grüne) wird geschrieben “Vergasen, das DRECKSCHWEIN”. Der Linken-Abgeordneten Caren Lay werden Vergewaltigungen gewünscht. Und als Kommentar zu den Sitzblockaden wird gefordert: “Euch sollten ein paar Panzer überrollen, so ein dummes Gesindel.”

Die Reaktion in den Sozialen Netzwerken zeigt, dass Blockaden mehr sind als reine Symbolpolitik. Sie nehmen den Rechten das Gefühl der Einigkeit und des Zusammenkommens. Stattdessen bleibt am Ende oft Frust und Streiterei übrig. In diesem Sinne ist der beste Schutz vor künftigen rechten Demonstrationen eine breiter gesellschaftlicher Protest gegen Rassismus, Sexismus und rechte Umtriebe und eine gute Blockadestrategie.