Veranstaltungen

Gedenken heißt Handeln: Antifaschistische Ationswoche ab dem 04. November 2018

Die Reichspogromnacht jährt sich am 9. November 2018 zum 80. Mal – genau dann wollen die Neonazis von Wir für Deutschland e.V. um Enrico Stubbe, die mehrfach die rechtsradikalen Merkel muss weg-Aufmärsche organisiert haben, unter dem Motto „Den Opfern deutscher Politik“ durch Berlins Mitte marschieren. Dieser Ungeheuerlichkeit treten wir mit aller Entschlossenheit entgegen! Wir werden nicht nur am Tag selbst auf der Straße sein (aktuelle Infos wird es hier geben), sondern auch schon im Vorfeld mit einer Antifaschistischen Aktionswoche zeigen: Kein Vergeben, kein Vergessen.

Ab Sonntag, dem 04. November 2018 finden eine Reihe von Veranstaltungen in ganz Berlin statt.

Kurzüberblick:

04.11., 13:00 Uhr, Mehringhof
> Aktionstraining: „Du bist die Verhinderung des Naziaufmarschs!“
oliveberlin.noblogs.org

05.11., 19:00 Uhr, HU Berlin:
> Studien zum Autoritären Charakter
https://www.facebook.com/events/705690036472552/

06.11., 19:00 Uhr, HU Berlin:
> Geheimdienst – Wissenschaft – NSU –– Extremismusdoktrin gegen migrantisch situiertes Wissen
https://www.facebook.com/events/935818463270396/

07.11., 19:00 Uhr, Baiz:
> Inforveranstaltung zu Protesten & das Berliner Bündnis gegen Rechts stellt sich vor
https://www.facebook.com/events/303535896928360/

07.11., 19:00 Uhr, HU Berlin: 
> Jüdischer Widerstand während des Nationalsozialismus
https://www.facebook.com/events/2413275945366159/

08.11., 19:00 Uhr, HU Berlin:
> Die »Identitäre Bewegung« als Akteurin der Neuen Rechten
https://www.facebook.com/events/2496719253673395/

08.11., 18:30 Uhr, Villa Freundschaft:
> „November 1918 – Der verpasste Frühling des 20. Jahrhunderts“
https://www.facebook.com/events/348864639016937/

 

Die Veranstaltungen im Einzelnen:

Sonntag, der 04. November

> Aktionstraining: „Du bist die Verhinderung des Naziaufmarschs!“
13:00 Uhr, Mehringhof (Versammlungsraum, Gneisenaustraße 2a, 10961), Antifa Friedrichshain
Am 9. November wollen Neonazis wieder in Berlin-Mitte marschieren. Damit es uns gelingt, diese Veranstaltung wahrnehmbar zu stören, wollen wir vorher ein Training für zivilen Ungehorsam veranstalten. Wir laden alle Interessierten, ob jung oder alt, ob fußlahm oder marathonbereit zu einem Aktionstraining ein.
Fragen, die beim Training beantwortet werden: Was können wir gegen Nazi-Aufmärsche konkret tun? Wie blockiere ich eigentlich eine Straße? Wie ist die rechtliche Situation? Wie treffe ich Leute, die mitmachen? Wo kann ich mich beteiligen?
Dies ist eine Veranstaltung im Rahmen der Offenen Linke Vernetzungstage. Mehr unter: oliveberlin.noblogs.org

Montag, der 05. November

> Studien zum Autoritären Charakter
19:00 Uhr, Humboldt-Universität (HU-Hauptgebäude Unter den Linden 6., Hörsaal 2097) – la:iz
Die von Theodor W. Adorno und anderen Wissenschaftlern in den 1940er Jahren im Angesicht des europäischen Faschismus angefertigten “Studien zum Autoritären Charakter” orientieren sich an der Hypothese, dass “die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Überzeugungen” von Menschen oft ein “umfassendes und kohärentes, gleichsam durch eine ›Mentalität‹ oder einen ›Geist‹ zusammengehaltenes Denkmuster bilden, und dass dieses Denkmuster Ausdruck verborgener Züge der individuellen Charakterstruktur ist.”
Der Schwerpunkt der Studien war zunächst die Erörterung der Frage, wer antisemitische und ethnozentristische Ideen befürwortet und wer nicht. Ausgehend von dieser Frage war das Anliegen, das faschistische Potential in der damaligen amerikanischen Bevölkerung darzustellen. Grundlage dafür war die Annahme, dass der Faschismus besser bekämpft werden könne, wenn die psychologischen Kräfte, die ihn begünstigen, erkannt würden.
Die Forschenden gingen davon aus, dass Charakterstrukturen so beschaffen sein können, dass in der Konsequenz Individuen besonders anfällig für faschistische Propaganda sind. Eine autoritäre Charakterstruktur bedeutet nicht, dass von den jeweiligen Individuen rechtsorientierte Ideen schon zum Zeitpunkt der Untersuchung vertreten werden. Vielmehr geht es darum, das Potential für die Annahme solcher Ideen festzustellen. Empfänglich ist demnach vor allem, wer bereit ist, in autoritären Kategorien zu denken.
Unter anderem im Bereich der Faschismustheorien werden die Untersuchungen genutzt, um faschistische Tendenzen in Gesellschaften der Vergangenheit und Gegenwart zu erklären.
Vor dem Hintergrund autoritär-konservativer Entwicklungen in Deutschland und weltweit, sind die “Studien zum Autoritären Charakter” von großer Aktualität. Dieser Vortrag soll eine Einführung in die Studien bieten und sie mit aktuellen politischen Entwicklungen in Verbindung setzen.
Mehr Infos unter: https://www.facebook.com/events/705690036472552/

Dienstag, der 06. November

> Geheimdienst – Wissenschaft – NSU. Extremismusdoktrin gegen migrantisch situiertes Wissen
19:00 Uhr, Humboldt-Universität (HU-Hauptgebäude Unter den Linden 6., Hörsaal 2097) – la:iz
Die militanten Neonazinetzwerke des NSU waren von zahlreichen Informanten des Verfassungsschutzes durchsetzt, die diese Szene maßgeblich mitaufbauten. Nach dem Auffliegen des NSU versuchte das BfV die Spuren dieser Zusammenarbeit akribisch zu verwischen. Gleichzeitig haben als Soziologen getarnte Geheimdienstmitarbeiter jahrzehntelang und bis heute die akademische Wissensproduktion im Bereich der Extremismusforschung bestimmt. Diese Forschung hat den Naziterrorismus verharmlost oder als nicht existent abgetan und gleichzeitig die Aufmerksamkeit der Behörden auf antirassistische und antifaschistische Akteure gelenkt und die Opfer der Gewalt in Täter gewandelt.
Der Vortrag führt aus, wie die Extremismusdoktrin unmittelbar die rassistische Gewalt im NSU-Komplex befördert hat. Aber auch, wie sich migrantische Communities mit ihrem situierten Wissen gegen diesen Komplex gewehrt haben.
Mehr Infos unter: https://www.facebook.com/events/935818463270396/

Mittwoch, der 07. November

> Das Berliner Bündnis gegen Rechts stellt sich vor
19:00 Uhr, Baiz (Schönhauser Allee 26a, 10435), Berliner Bündnis gegen Rechts (BBgR)
Die Veranstaltung ist zweigeteilt, zum einen wollen wir einen Überblick verschaffen über die Proteste gegen den Naziaufmarsch am 09.11. rund um den Washingtonplatz.
In einem zweiten Teil stellen sich die Gruppen des BBgR vor: Chemnitz und Köthen – die Ereignisse dort haben auch Nazis in Berlin ermutigt, sicher wieder verstärkt im Stadtraum zu zeigen. Am 03. Oktober zogen circa 1.500 von Polizei und Wasserwerfer geschützt durch Berlin Mitte, in Neukölln tauchen an zwei Wochenenden hintereinander Gruppen von Faschos auf, die sich linke Treffpunkte ausgeguckt hatten, können aber bevor sie Schaden anrichten vertrieben werden. Viele Menschen in den Kiezen, die lange nicht, noch gar nicht oder sonst nur vereinzelt etwas mit Antifa zu tun hatten, haben das Bedürfnis aktiv zu werden, manche sind auf der Suche nach festen Bezugsgruppen. Deshalb haben wir vom Berliner Bündnis gegen Rechts beschlossen, mit den bei uns vertretenen Gruppen eine Info-Veranstaltung zu machen,bei der sich mensch informieren kann wer was wo macht und welche Schwerpunkte und Umsetzungsstrategien die einzelnen Organisationen und Strukturen haben. Mehr Infos unter: https://www.facebook.com/events/303535896928360/

> Jüdischer Widerstand im Nationalsozialismus
19:00 Uhr, Humboldt-Universität (HU-Hauptgebäude Unter den Linden 6., Hörsaal 2002) – la:iz
Mehr Informationen folgen.
Mehr Infos unter: https://www.facebook.com/events/2413275945366159/

Donnerstag, der 08. November

> „November 1918 – Der verpasste Frühling des 20. Jahrhunderts“
18:30 Uhr, Villa Freundschaft (Wiesenstraße 44, 13357) – linksjugend [’solid]
Wir wollen mit euch die Ereignisse zwischen Kieler Matrosenaufständen und Weimarer Republik erkunden und analysieren, was den Grund für die 14 Jahre später folgende Naziherrschaft bereitete. Zum Erstarken der heutigen radikalen Rechten zeigen sich Parallelen und verleihen den Folgen der Novemberrevolution 1918 eine besondere Aktualität.
Mehr Infos unter: https://www.facebook.com/events/348864639016937/

> Provokation als Medienstrategie – Die »Identitäre Bewegung« als Akteur der Neuen Rechten
19:00 Uhr, Humboldt-Universität ( (HU-Hauptgebäude Unter den Linden 6., Hörsaal 2097) – la:iz
Die »Identitäre Bewegung« (IB) ist spätestens seit dem Herbst 2016, als ein Dutzend ihrer Aktivisten auf das Brandenburger Tor kletterten, auch in der deutschen Öffentlichkeit hinlänglich bekannt. Mit provokanten Aktionen hat sich die IB erfolgreich einen Platz in der deutschen Medienberichterstattung ergattert. Doch um wen handelt es sich bei der IB? Wer sind die Akteure, was sind ihre Ziele und Strategien und welche Ideologiefragmente lassen sich ausmachen? Und wer ist die Neue Rechte? Der Vortrag widmet sich diesen Fragestellungen anhand zahlreicher Visualisierungen.
Mehr Infos unter: https://www.facebook.com/events/2496719253673395/